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Aktuelles

Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbandes Simbach

Bioenergie ist in der Gesellschaft angekommen

Nehmen wir die Energieversorgung selbst in die Hand

Die Festrede sprach Dr. Bernhard Widmann

Simbach. Zum traditionellen Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbandes Simbach, am Sonntagabend waren die Mitglieder und die Vertreter der örtlichen Vereine, eingeladen. Dr. Bernhard Widmann, Leiter des Technologie- und Förderzentrums Straubing hielt im Gasthaus Wiese die Festrede. Grußworte sprachen Bürgermeister Herbert Sporrer und der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und CSU-Kreisvorsitzender, MdB Max Straubinger. Für die musikalische Umrahmung während des Abends sorgte die Simbacher Stubnmusik.

CSU-Ortsvorsitzender Manfred Ertl begrüßte zu Beginn der Veranstaltung alle Anwesenden, besonders die Ehrengäste und die Redner beim Neujahrsempfang.

Bürgermeister Herbert Sporrer bedankte sich bei seinem Grußwort bei allen Vereinsvorständen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Marktgemeinde. „Es ist wichtig, so Sporrer, das sich viele Mitglieder der 60 Vereine im Markt Simbach  mit ihrem Wissen und Können in das öffentliche Leben einbringen und sich für das Gemeinwohl engagieren. In der Marktgemeinde ist im vergangenen Jahr viel passiert wie beim Straßenbau, bei der Ausstattung der Grundschule mit EDV, bei der Verbesserung der Kläranlage, dem Bau des Wasserrückhaltebeckens und der geplanten Ansiedlung eines Verbrauchermarktes.  Die Flüchtlingssituation ist für alle Mitbürger jedoch eine große Herausforderung und mit den 120 Personen die im Ort nun wohnen, ist Simbach an der Grenze angelangt“, so das Gemeindeoberhaupt. In diesem Jahr werden die Sanierung der Turnhalle, der Breitbandausbau, die große Bautätigkeit und die Sanierung des Freibades Schwerpunkte in der Marktgemeinde bilden.

Die Ernährungssicherheit der Menschheit ist von höchster Priorität und eine globale Herausforderung. Die Unterversorgung mit Nahrungsmitteln in einigen Regionen unserer Erde hat jedoch vielfältige Ursachen. Nicht mangelnde Bodenfruchtbarkeit oder klimatisch ungünstige Bedingungen oder die zunehmende Nutzung von Bioenergie sind das Problem, sondern die dort herrschenden wirtschaftlichen und politischen Strukturen verhindern häufig eine ausreichende Nahrungsversorgung.

„Wir in Straubing im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe erforschen die regionale Vielfalt der Energiepflanzen und dem gleichzeitigen Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Weiter arbeiten wir auf dem Gebiet der emissionsarmen Wärmebereitstellung aus biogenen Festbrennstoffen. Umweltverträgliche Mobilität und Zugkraft durch Biokraftstoffe sind ebenfalls ein Ziel in unserem Forschungsbereich. Derzeit verbrauchen wir vor allem fossile Energieträger wie Kohle, Uran, Erdgas und Erdöl. Die Energieversorgung kann jedoch mit der steigenden Bevölkerungsentwicklung nicht Schritt halten. Wir leben beim fossilen Energieverbrauch im Verhältnis 1:500000 über unsere Verhältnisse und unsere Enkel werden uns einmal fragen, haben die Menschen überhaupt noch mitgedacht, als ihr alle Vorräte gedankenlos verbraucht habt“, mit diesen Worten begann Dr. Bernhard Widmann eingangs sein Referat.

„Wir haben uns an eine jederzeit verfügbare Energie gewöhnt und wir müssen raus aus dem Fossil-ökonomischen Phlegma und müssen die Themen für eine nachhaltigere Zukunft noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Wir müssen eine soziale Gerechtigkeit bezüglich der Nahrung, der Energie und dem Rohstoffverbrauch hinbekommen und wir werden auch dann noch gut leben können. Die klimabedingten Flüchtlingsströme werden sich in den nächsten Jahrzehnten drastisch vermehren und diese Herausforderungen müssen wir gleichzeitig als Chance begreifen, die uns jedoch nicht geschenkt wird. Auch unsere sogenannte Kulturlandschaft wird sich durch den Bau von Windrädern, Strommasten und Sonnenkraftanlagen weiter verändern und wir verheizen deswegen auch nicht unseren Wald, den besonders im Wald wächst viel mehr Biomasse nach als entnommen wird. Ziel ist es, das wir den Energieverbrauch langfristig senken und mit den vorhandenen Ressourcen sparsamer umgehen. Durch das derzeit produzierte Biogas aus der Land- und Forstwirtschaft ersetzen wir bereits zwei Atomkraftwerke und nur im Zusammenspiel werden die Aufgaben im Energiebereich gestemmt werden können.  Wenn wir so weitermachen wie bisher, kann dies jedoch nicht erreicht werden“, informierte Dr. Bernhard Widmann die Anwesenden beim Neujahrsempfang.

Anhand vieler Beispiele erklärte der Referent den Zuhörern die einzelnen Maßnahmen, mit denen das energe-ethische Problem zu lösen wäre und er zitierte Papst Franziskus der über die Nutzung und Erhalt der Schöpfung sagte: „Jede Gemeinschaft darf von der Erde das nehmen, was sie zu ihrem Überleben braucht und hat aber auch die Pflicht, sie zu schützen und das Fortbestehen ihrer Fruchtbarkeit für die kommenden Generationen zu gewährleisten“.

MdB Max Straubinger dankte bei seinem Schlusswort Dr. Bernhard Widmann für die vielen Möglichkeiten, die er bezüglich der Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen aufgezeigt hat. „Wir können trotz aller Probleme mit dem Finanzsektor oder China mit großem Optimismus in das Jahr 2016 gehen. Wir müssen alles nutzen, aber nicht übernutzen. 60 Millionen Menschen sind zurzeit auf der Flucht und das kann nicht spurlos an Europa vorüber gehen. Die kommen mit der Hoffnung zu uns, ein besseres Leben führen zu können. Ich verstehe aber auch die Ungeduld der Menschen, dass die Einwanderungsflut eingedämmt werden muss. Erste gesetzliche Maßnahmen wie die Erweiterung der sicheren Herkunftsländer haben bereits Wirkung gezeigt und die PR-Aktion in Landshut mit den Flüchtlingen ist keinesfalls gerechtfertigt“, sprach MdB Max Straubinger abschließend.

CSU-Ortsvorsitzender Manfred Ertl dankte dem Referenten mit einem Geschenkkörbchen mit Produkten aus der Region für seinen Vortrag

Die Simbacher Stubnmusik umrahmte den Neujahrsempfang musikalisch. (Text u. Bild Norbert Wasmeier)